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„Papst
trifft Hitler“
- als Gefahr für öffentliche Sicherheit vom „Staatsschutz“ abgebrochen
- StaatsSchutz übt „ein bisschen Polizeistaat“.
Drei
Tage vor dem Besuch von Papst Benedikt XVI. in Bayern wurde vom
Staatsschutz der Ordnungszelle Bayern eine Kunstaktion von Wolfram
P. Kastner und Georg Ledig als „Gefahr für die öffentliche Sicherheit
und Ordnung“ behindert und nach kurzer Zeit abgebrochen. Als ein
Papst und Hitler wollten wir Orte in München aufsuchen, die mit
der Geschichte des Nazi-Staates, der katholischen Kirche und des
Reichskonkordats vom 20. Juli 1933 verbunden sind. Dieser Vertrag
zwischen Vatikan und Nazi-Staat gilt bis heute und gewährt auf verfassungswidrige
Weise der katholischen Kirche Einfluss in vielen gesellschaftlichen
Bereichen. Etwa 20 zivile und uniformierte „Staatsschützer“ wollten
mit grotesken Begründungen die Kunstaktion verhindern. Das sei eine
unangemeldete Versammlung, das Tragen eines weißen Talars sei verboten,
das sei eine geschützte Amtskleidung, wir begingen Amtsanmaßung
und dergleichen unsinnige und juristisch unhaltbare Behauptungen
wurden herbeigezaubert. Wir wurden daran gehindert, den von uns
geplanten Weg zu gehen und wurden in das Polizeipräsidium geleitet
– unter Vortäuschung einer „gemeinsamen Klärung, welcher Weg begangen
werden darf“. Zwei Personen, die Informationsblätter „Weg mit dem
Konkordat – Wir fordern die Trennung von Kirche und Staat“ verteilen
wollten, wurden mit Gewalt daran gehindert. Ein junger Mann wurde
mit Handschellen abgeführt. Im Polizeipräsidium, machte ich den
Leiter der Staatsschutzabteilung darauf aufmerksam, dass er die
Freiheit der Kunst verfassungswidrig behindere und lieber die Gesellschaft
vor wirklichen Gefahren schützen solle. Was hier geschehe wirke
wie Polizeistaats und nicht wie Demokratie, die zu schützen ist.
Ein Beamter des StaatsSchutzes erklärte uns, „ein bisschen Polizeistaats
schadet nichts“. Herr Beyser, der Chef des Staatsschutzes, untersagte
uns, die Kunstaktion fortzusetzen und drohte widrigenfalls Gewalt
an. Als ich den weißen Talar bereits ausgezogen hatte und auf dem
Weg zum Kostümverleih zur Rückgabe war, kamen uns der oberste Staatsschützer
Herr Beisser und drei weitere verbissen dreinblickende Staatsschützer
nachgelaufen und beschlagnahmten den weißen Talar, die weiße Schärpe
und die weiße Kopfbedeckung. Der schriftliche angegebene Grund:
„Gefahrenabwehr gg. öffentl. Sicherheit u. Ordnung“. Eine Gefahr
für Staat und Gesellschaft stellen weder harmlose Kunstaktionen
oder weiße Talare dar, sondern „Staatsschützer“ wie Herr Beyser,
die nicht unterscheiden können zwischen den in der Verfassung verbürgten
Freiheiten und wirklichen Gefahren (von Nazis, Antisemiten, gewaltbereiten
religiösen Fanatikern, und anderen Verbechern). Herr Beyser sollte
juristischen und politischen Nachhilfeunterricht bekommen und bis
auf weiteres seines Amtes enthoben werden. Er ist eine echte Gefahr
für eine demokratische Gesellschaft. Wir werden Strafanzeige erstatten
und eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen. Wir wollen Freiheit
der Kunst und keine Übergriffe der Polizei!
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